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Pharmakokinetik von Biologika

Wie werden Biologika im Körper inaktiviert und eliminiert?

Sarikas hat auf diesen Beitrag reagiert.
Sarikas

Die europäische Gesetzgebung definiert ein Biologikum als „Ein Arzneimittel, das einen oder mehrere Wirkstoffe biologischen Ursprungs enthält“.

Biologika sind also Arzneimittel mit einer komplexen Struktur und hohem Molekulargewicht. Sie können aus Proteinen, Nukleinsäuren, Zuckern oder Kombinationen dieser Substanzen bestehen und ähneln daher meist körpereigenen Molekülen.

Biologika umfassen also Impfstoffe, monoklonale Antikörper, Hormone, Wirkstoffe auf Proteinbasis, uVm.

(Durch ihre biologischen Bauteile, ihre Komplexität und ihr hohes Molekulargewicht sind Biologika deutlich größer als die chemisch-synthetisch hergestellten Medikament. Deshalb müssen sie, anders als klassische Medikamente, gespritzt werden, denn sie tolerieren keine extremen pH-Werte, (die Magensäure würde ihre Eiweißstruktur zerstören) und können aufgrund der Größe nicht von der Magen- oder Darmschleimhaut resorbiert zu werden.) —> nur zur Info (das fand ich auch noch interessant)

Die Nieren filtrieren das Blut und darin enthaltene NIEDERMOLEKULARE Stoffe wie die pharmazeutischen Wirkstoffe. Jedoch gelangen Makromoleküle wie eben Biologika nicht in das Filtrat. Biologika werden also, nicht so wie die meisten Medikamente, nicht über die Niere ausgeschieden.

Wie werden sie also dann inaktiviert und eliminiert?

Monoklonale Antikörper (ich habe überwiegend nach monoklonalen Antikörpern geschaut) werden tatsächlich über das retikulohistozytäre System abgebaut. Das beinhaltet die Gesamtheit aller Zellen die im Bindegewebe vorkommen. Also: Endothelzellen, Histiozyten(gewebeständige Makrophagen), Fibrozyten, etc. Monoklonale Antokörper werden quasi einfach durch das umliegende Gewebe und die Zellen die darin vorkommen abgebaut.
Ansonsten kann man sagen, dass Biologika auch über den körpereigenen katabolen Stoffwechselweg von Peptiden und Aminosäuren abgebaut werden, da sie ja teilweise aus den gleiche Bauteilen bestehen.

Ich hoffe das konnte die Frage etwas beantworten.

Hier ist noch einige Quellen die ich verwendet habe:

Dostalek M, Gardner I, Gurbaxani BM, Rose RH, Chetty M. Pharmacokinetics, pharmacodynamics and physiologically-based pharmacokinetic modelling of monoclonal antibodies. Clin Pharmacokinet. 2013 Feb;52(2):83-124. doi: 10.1007/s40262-012-0027-4. PMID: 23299465.

https://online.medunigraz.at/mug_online/wbAbs.getDocument?pThesisNr=53580&pAutorNr=&pOrgNr=14048

https://toolbox.eupati.eu/resources/biologika/?lang=de

Prof.Sarikas, Elizaveta Rogova und Vincent Krause haben auf diesen Beitrag reagiert.
Prof.SarikasElizaveta RogovaVincent Krause

Ein interessanter Artikel zum Thema ist:

McLachlan and Adiwidjaja: Pharmacokinetics of Biologics, in: Biologics, Biosimilars, and Biobetters: An Introduction for Pharmacists, Physicians, and Other Health Practitioners, First Edition. 2021 John Wiley & Sons.

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Benni hat auf diesen Beitrag reagiert.
Benni

Das bringt es tatsächlich nochmal sehr gut auf den Punkt. Natürlich trotzdem schwierig diese Frage für alle Biologika zu beantworten, da die Definition doch sehr umfassend ist und über Impfstoffe auch gemäß Artikel noch keine wirklichen pharmakokinetischen Daten vorliegen.

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