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NO-Donatoren

Bei der Gabe von NO-Donatoren kann es ja zu einem Gewöhnungseffekt kommen. Woher kommt diese Toleranzentwicklung und kann dieser irgendwie vorgebeugt werden?

Danke für eure Hilfe!

Hallo Simone,

zu dieser Toleranzentwicklung kann es schon innerhalb von 24 Stunden kommen. Der Mechanismus dahinter ist aber noch nicht vollständig geklärt. Die Vermutung, dass die zur Umwandlung von Nitraten in NO benötigten SH-Gruppen nicht mehr genügend verfügbar sind, gilt mittlerweile nicht mehr als relevant.

Die Ursache dürfte eher darin liegen, dass reaktive Sauerstoffspezies gebildet werden, welche das NO in Peroxynitrit umwandeln, also in ONOO-. Dieses kann von der Guanylylcyclase nicht aktiviert werden.

Eine weitere Erklärung ist, dass es zu einer Gegenreaktion des Körpers über die vermehrte Bildung von Angiotensin-II kommt. Sofern dies zutreffend ist, sollte eine Gabe von ACE-Hemmern und Antioxidantien der Toleranzentwicklung entgegenwirken können. Auf jeden Fall hilft eine Pause der Nitratgabe von 8 bis 10 Stunden, da die Gewöhnung reversibel ist.

Auch könnte der Gewöhnungseffekt dadurch verursacht werden, dass die Gewinnung von NO aus Nitraten im Körper bei manchen Nitraten über die Aldehyddehydrogenase-2 bewerkstelligt wird. Diese wird aber durch ONOO- gehemmt, wodurch es zur Ausbildung der Toleranz kommt. Darin dürfte auch der Grund liegen, warum bei der Gabe von Molsidomin der Gewöhnungseffekt weniger ausgeprägt ist, da dabei eine nicht-enzymatische NO-Freisetzung erfolgt.

Quellen:

Geisslinger, Menzel, Gudermann, Hinz, Ruth: Mutschler Arzneimittelwirkungen, 11. Auflage, S. 428

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-072010/pharmacon-davos-2010/toleranzentstehung-entschluesselt/

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