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Herzglykoside beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom

Letztes Jahr wurde in unseren Physiologie-Vorlesungen erwähnt, dass die Verwendung von Digitoxin beim WPW-Syndrom kontraindiziert ist - eine genaue Begründung folgte aber nicht. Soweit ich weiß, sind Herzglykoside Medikamente zur Behandlung von Herzinsuffizienzen und bestimmten Rhythmusstörungen. WPW ist eine solche Herzrhtyhmusstörung und ich habe Schwierigkeiten herauszufinden aus welchem Grund Digitoxin kontraindiziert ist. Kann mir da jemand weiterhelfen? Vielen Dank!

Elizaveta Rogova hat auf diesen Beitrag reagiert.
Elizaveta Rogova

Eine Kontraindikation besteht für Medikamente, welche die AV-Knoten-Überleitung verlangsamen oder blockieren, wie beispielsweise Adenosin, Verapamil oder Digoxin bzw. Digitoxin. Diese Medikamente können zu einer vermehrten Erregungsleitung über die akzessorische Leitungsbahn führen und im Extremfall ein Kammerflimmern induzieren. Diese Gefahr besteht insbesondere dann, wenn gleichzeitig ein Vorhofflimmern besteht.

https://flexikon.doccheck.com/de/Wolff-Parkinson-White-Syndrom

 

Elizaveta Rogova hat auf diesen Beitrag reagiert.
Elizaveta Rogova

Danke @mathias-jaksch, das hatte ich auch schon gefunden;) Mich würde aber auf pharmakologischer Ebene interessieren, was zu dieser Verlangsamung bzw Blockade der AV-Überleitung führt. Vielleicht in Bezug auf die beteiligten Rezeptoren...?

Elizaveta Rogova hat auf diesen Beitrag reagiert.
Elizaveta Rogova

Generell scheint die Verwendung von Digoxin oder Verapamil zur Langzeittherapie bei vielen Patienten mit WPW-Syndrom kontraindiziert zu sein, da diese Medikamente die Wahrscheinlichkeit für die antegrade Überleitung und den Wiedereintritt (=Reentry) erhöhen (https://emedicine.medscape.com/article/159222-medication).

Digoxin blockiert die Na-K-ATPase-Pumpe. Der genaue Mechanismus, durch den dies die AV-Überleitung verringert, heißt unklar zu sein, ist aber möglicherweise auf einen erhöhten Vagustonus zurückzuführen (https://www.healio.com/cardiology/learn-the-heart/cardiology-review/topic-reviews/digoxin-toxicity#:~:text=Pathophysiology%20%E2%80%93%20Digoxin%20Toxicity,in%20increased%20inotropy%2C%20or%20contractility.)

Das intrazelluläre Calcium in den Herzmuskelzellen wird durch Digoxin erhöht, was zu einer erhöhten Inotropie bzw. Kontraktilität führt.

Ich denke, der Vagus erklärt das gut, denn soweit ich weiß, ist Digitalis auch bei Menschen mit Bradykardie-Rhythmusstörungen kontraindiziert. Ich hoffe das hilft dir weiter 🙂

Isolde Deleyto und Prof.Sarikas haben auf diesen Beitrag reagiert.
Isolde DeleytoProf.Sarikas

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